Fluorid in Zahnpasta – Wirkung und Sicherheit

Fluorid: Was es ist und wie es in Zahnpasta wirkt

Oct 10, 2017Patryk Kochany

Fluorid gehört zu den am besten untersuchten Wirkstoffen der zahnmedizinischen Prävention. Es ist weder ein Wundermittel noch ein Stoff, vor dem man sich grundsätzlich fürchten muss. Nutzen und Sicherheit hängen von Dosis, Anwendung und individuellen Bedürfnissen ab.

Was ist Fluorid?

Fluoride sind Verbindungen des Elements Fluor. Sie kommen natürlich in Wasser, Boden und manchen Lebensmitteln vor. Zahnpflegeprodukte enthalten kontrollierte Konzentrationen bestimmter Verbindungen, etwa Natriumfluorid oder Natriummonofluorophosphat.

Wie schützt Fluorid die Zähne?

Nach dem Essen oder Trinken bilden Bakterien in der Plaque Säuren, die Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen. Fluorid unterstützt die Remineralisation und macht die Oberfläche widerstandsfähiger gegen spätere Säureangriffe. Unter bestimmten Bedingungen kann es auch die Säureproduktion von Bakterien verringern.

Fluorid ersetzt weder das Putzen noch die Reinigung der Zahnzwischenräume oder die Begrenzung häufigen Zuckerkonsums. Es ist ein Bestandteil einer umfassenden Vorsorge.

Lokale und systemische Exposition

Zahnpasta ist vor allem zur örtlichen Anwendung gedacht und wird ausgespuckt. Trinkwasser, Nahrungsergänzungsmittel und verschluckte Produkte führen zu systemischer Exposition. Deshalb müssen Quelle und Dosis benannt werden, statt jede Fluoridaufnahme gleichzusetzen.

Ist fluoridhaltige Zahnpasta sicher?

Bei altersgerechter Anwendung gilt sie als sicher. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem, wenn kleine Kinder während der Zahnentwicklung wiederholt zu viel Zahnpasta verschlucken. Aufsicht und eine kleine Menge verringern dieses Risiko.

Wie viel Zahnpasta brauchen Kinder?

Empfehlungen unterscheiden sich nach Land, Konzentration und individuellem Kariesrisiko. Häufig wird für sehr kleine Kinder eine reiskorngroße Menge und ab etwa drei Jahren eine erbsengroße Menge empfohlen. Erwachsene sollten das Putzen beaufsichtigen und das Ausspucken üben. Maßgeblich sind die Packungsangaben und lokale Empfehlungen.

Was ist Dentalfluorose?

Dentalfluorose ist eine Veränderung des sich entwickelnden Zahnschmelzes durch übermäßige systemische Fluoridaufnahme während der Zahnbildung. Leichte Formen können als feine weiße Linien erscheinen. Sie entsteht nicht dadurch, dass Fluorid ausgewachsene Zähne berührt. Entscheidend ist, wiederholtes Verschlucken zu vermeiden.

Wer braucht individuelle Beratung?

  • Kinder, die noch nicht zuverlässig ausspucken,
  • Personen, die mehrere Fluoridprodukte verwenden,
  • Patienten mit hoch dosierter Zahnpasta auf Rezept,
  • Haushalte mit ungewöhnlich hohem natürlichem Fluoridgehalt im Wasser,
  • Menschen mit Nierenerkrankungen oder besonderen medizinischen Bedürfnissen,
  • Personen mit hohem Kariesrisiko, Mundtrockenheit oder freiliegenden Zahnhälsen.

Fluoridfreie Zahnpasta

Manche Menschen wählen fluoridfreie Produkte wegen Geschmack oder persönlicher Präferenz. Prüfen Sie, welche Belege es für einen behaupteten Kariesschutz gibt. Ein angenehmer Geschmack kann regelmäßiges Putzen erleichtern, beweist aber keine Kariesprävention.

Das Etikett richtig lesen

Achten Sie auf die Fluoridverbindung und die Konzentration, häufig als ppm F angegeben. Kinderzahnpasta, normale Erwachsenenzahnpasta und verschreibungspflichtige Produkte haben unterschiedliche Zwecke. Eine einzelne Zahl sollte nie ohne Alter und individuelle Empfehlung beurteilt werden.

FAQ

Ist Fluorid natürlich?

Fluorid kommt natürlich in Wasser und Boden vor. Zahnprodukte verwenden kontrollierte Mengen bestimmter Verbindungen.

Soll man nach dem Putzen spülen?

Viele Empfehlungen raten dazu, überschüssige Zahnpasta auszuspucken und nicht kräftig mit viel Wasser nachzuspülen. Individuelle Anweisungen der Zahnarztpraxis gehen vor.

Darf fluoridhaltige Zahnpasta in der Schwangerschaft verwendet werden?

Regelmäßiges Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta bleibt auch in der Schwangerschaft empfohlen. Verwenden Sie sie nach Anleitung und spucken Sie sie aus.

Ist Zahnfleischbluten ein Grund, Fluorid abzusetzen?

Nein. Anhaltendes Bluten deutet eher auf Plaque, Entzündung oder eine verletzende Putztechnik hin und sollte bei Fortbestehen untersucht werden.

Fazit

Fluorid ist ein gut belegtes Mittel zur Kariesprävention. Richtige Dosierung, Ausspucken, Aufsicht bei Kindern und ein zum individuellen Risiko passendes Produkt sind die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen.

Weiterführende Quellen

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.



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